Das Ensemble der Paul-Gerhard-Kirche in München Laim wurde im Mai 1955 mit dem ersten von vier Bauabschnitten
begonnen. Kirchenbau und Wohnbebauung wurde im September 1956 eingeweiht. Der Ausführung ging ein Wettbewerb
aus dem Jahr 1953 voraus, den Professor Johannes Ludwig für sich entscheiden konnte.
Das dominante Kirchenschiff teilt das Grundstück in Nord-Südrichtung. An der Nordseite ist eine zwei geschossige
Zeilenbebauung entwickelt die den Straßenraum entstehen lässt und sich vor der Kirchenfassade zu einem Innenhof
aufweitet. Hier befinden sich das Pfarrbüro und Wohnungen für kirchliche Mitarbeiter. An der Südseite schließt die
Bebauung unmittelbar an das Kirchengebäude an und lässt auf der Westseite den privaten Bereich des Kirchgartens
entstehen. In diesem Gebäudeteil befinden sich die Sakristei und der Jugendbereich. Östlich liegt der Pfarrgarten, der
von einer hohen Allee zur Strasse hin begrenzt wird.
Die Abfolge der Räume beginnt mit dem höher liegenden quadratischen Eingangshof. Die Platzwände des Atriums
lassen einen konzentrierten Charakter entstehen. Dieser Ausdruck der Geschlossenheit wird durch den Einsatz des
Sichtziegelmauerwerks, das für die gesamte Kirchenanlage prägend ist, noch unterstützt. Eine Freitreppe führt über ein
Sockelgeschoss, in dem sich die Unterkirche mit Bühne und Nebenräumen befindet, in das Kircheninnere.
Man betritt den langrechteckigen Kirchenraum seitlich unter einer großen Konzertempore und erfährt als räumlich
prägendes Element den Kontrast aus homogener Ziegelwand und der aufschwingenden zeltartigen Dachkonstruktion.
Typologisch ist die Paul-Gerhard-Kirche in der Form einer Hallenkirche entwickelt. Der längsgerichtete saalartige
Raum erhält sein Licht ausschließlich über die halbkreisförmigen Fenster der Gewölbebögen. Auf Betonrahmen ruhen
gemauerte Gewölbeschalen, die sich zu den Seitenfassaden motivisch in Form von Stichkappen öffnen.
Die konzentrierte Lichtführung verstärkt so die Wirkung der Raumgrenzen und hebt das, in Ornamenten gegliederte,
hellrote Sichtziegelmauerwerk hervor.
Sieben Joche aus schlanken sechseckigen Betonpfeilern gliedern das Kirchenschiff in einen Mittelteil mit seitlichem
Umgang. Die Achse erhält ihre Betonung durch ein zentrales hohes Triumphkreuz, das in kreisförmigen Ornamentfeldern
christliche Symbole zeigt.
Den Abschluss des Raums bildet der leicht erhöhte Altarbereich mit seitlicher Kanzel und Taufbrunnen an der Ostseite.
Der Chorbereich ist aus Naturstein gearbeitet. Triumphkreuz, Altar- und Kanzelrelief wurden vom Bildhauer Robert Lippl
gestaltet. Altarkreuz und Altarleuchter stammen von Herbert Altmann.
Der Rückraum des Kirchenschiffs wird von der großen, in mehrer Werkgruppen aufgeteilten, Orgel beherrscht, die von
Gerhard Schmid gebaut und 1969 eingeweiht wurde.
Der Entwurf der Paul-Gerhard-Kirche ist als klares reduziertes Volumen organisiert und orientiert sich dabei an
Raumuntersuchungen die Rudolf Schwarz unter anderem in seinem Buch „Vom Bau der Kirche“ entwickelt hat.
Lichtwirkung und flächiger Wandaufbau als „Gewebe“ sind Grundbegriffe dieser Konzeption. Räumliches Erlebnis und
Lichtwirkung versammeln den Betrachter in einem Raum der Transzendenz und kontemplativen Einkehr.

Sanierung der Ziegelfassade
der Paul Gerhard Kirche
Realisierung
Bauzeit: 2011-2014
Baukosten: 1,4 Mio Euro
München
2011-2012

Das Ensemble der Paul-Gerhard-Kirche in München Laim wurde im Mai 1955 mit dem ersten von vier Bauabschnitten begonnen. Kirchenbau und Wohnbebauung wurde im September 1956 eingeweiht. Der Ausführung ging ein Wettbewerb aus dem Jahr 1953 voraus, den Professor Johannes Ludwig für sich entscheiden konnte.
Das dominante Kirchenschiff teilt das Grundstück in Nord-Südrichtung. An der Nordseite ist eine zwei geschossige Zeilenbebauung entwickelt die den Straßenraum entstehen lässt und sich vor der Kirchenfassade zu einem Innenhof aufweitet. Hier befinden sich das Pfarrbüro und Wohnungen für kirchliche Mitarbeiter. An der Südseite schließt die Bebauung unmittelbar an das Kirchengebäude an und lässt auf der Westseite den privaten Bereich des Kirchgartens entstehen. weiterlesen …

Das Ensemble der Paul-Gerhard-Kirche in München Laim wurde im Mai 1955 mit dem ersten von vier Bauabschnitten begonnen. Kirchenbau und Wohnbebauung wurde im September 1956 eingeweiht. Der Ausführung ging ein Wettbewerb aus dem Jahr 1953 voraus, den Professor Johannes Ludwig für sich entscheiden konnte.
Das dominante Kirchenschiff teilt das Grundstück in Nord-Südrichtung. An der Nordseite ist eine zwei geschossige Zeilenbebauung entwickelt die den Straßenraum entstehen lässt und sich vor der Kirchenfassade zu einem Innenhof aufweitet. Hier befinden sich das Pfarrbüro und Wohnungen für kirchliche Mitarbeiter. An der Südseite schließt die Bebauung unmittelbar an das Kirchengebäude an und lässt auf der Westseite den privaten Bereich des Kirchgartens entstehen. In diesem Gebäudeteil befinden sich die Sakristei und der Jugendbereich. Östlich liegt der Pfarrgarten, der von einer hohen Allee zur Strasse hin begrenzt wird. Die Abfolge der Räume beginnt mit dem höher liegenden quadratischen Eingangshof. Die Platzwände des Atriums lassen einen konzentrierten Charakter entstehen. Dieser Ausdruck der Geschlossenheit wird durch den Einsatz des Sichtziegelmauerwerks, das für die gesamte Kirchenanlage prägend ist, noch unterstützt. Eine Freitreppe führt über ein Sockelgeschoss, in dem sich die Unterkirche mit Bühne und Nebenräumen befindet, in das Kircheninnere. Man betritt den langrechteckigen Kirchenraum seitlich unter einer großen Konzertempore und erfährt als räumlich prägendes Element den Kontrast aus homogener Ziegelwand und der aufschwingenden zeltartigen Dachkonstruktion. Typologisch ist die Paul-Gerhard-Kirche in der Form einer Hallenkirche entwickelt. Der längsgerichtete saalartige Raum erhält sein Licht ausschließlich über die halbkreisförmigen Fenster der Gewölbebögen. Auf Betonrahmen ruhen gemauerte Gewölbeschalen, die sich zu den Seitenfassaden motivisch in Form von Stichkappen öffnen. Die konzentrierte Lichtführung verstärkt so die Wirkung der Raumgrenzen und hebt das, in Ornamenten gegliederte, hellrote Sichtziegelmauerwerk hervor. Sieben Joche aus schlanken sechseckigen Betonpfeilern gliedern das Kirchenschiff in einen Mittelteil mit seitlichem Umgang. Die Achse erhält ihre Betonung durch ein zentrales hohes Triumphkreuz, das in kreisförmigen Ornamentfeldern christliche Symbole zeigt. Den Abschluss des Raums bildet der leicht erhöhte Altarbereich mit seitlicher Kanzel und Taufbrunnen an der Ostseite. Der Chorbereich ist aus Naturstein gearbeitet. Triumphkreuz, Altar- und Kanzelrelief wurden vom Bildhauer Robert Lippl gestaltet. Altarkreuz und Altarleuchter stammen von Herbert Altmann.
Der Rückraum des Kirchenschiffs wird von der großen, in mehrer Werkgruppen aufgeteilten, Orgel beherrscht, die von Gerhard Schmid gebaut und 1969 eingeweiht wurde.
Der Entwurf der Paul-Gerhard-Kirche ist als klares reduziertes Volumen organisiert und orientiert sich dabei an Raumuntersuchungen die Rudolf Schwarz unter anderem in seinem Buch „Vom Bau der Kirche“ entwickelt hat. Lichtwirkung und flächiger Wandaufbau als „Gewebe“ sind Grundbegriffe dieser Konzeption. Räumliches Erlebnis und Lichtwirkung versammeln den Betrachter in einem Raum der Transzendenz und kontemplativen Einkehr.
  • Paul Gerhardt 01b
  • Paul Gerhardt 02
  • Paul Gerhardt 03
  • Paul Gerhardt 04

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