Der Neubau für das Haus der Musik und Jugendkultur bildet an einer zentralen Stelle in Neusäß einen neuen kulturellen Treffpunkt für die Bürger der Stadt. In unmittelbarer Nähe zum Rathaus und zum neuen Einkaufszentrum an der Daimlerstraße soll hier trotz der starken Lärmimmissionen ein Ort entstehen der zur Begegnung und zum Verweilen einlädt. Gleichzeitig soll den Musikern und den Jugendlichen des Ortes die Möglichkeit gegeben werden in einer ruhigen Atmosphäre konzentriert ihrer musikalischen und sozialen Arbeit nach zu gehen. Somit musste der Entwurf sowohl einen hohen Öffentlichkeitsgrad als auch eine eher nach innen organisierte Raumstruktur aufweisen. Der von uns entwickelte Hoftypus

Haus der Jugendkultur und Musikhaus

Stadt Neusäß
Realisierungswettbewerb: Anerkennung
Projekt Baubeginn: 2010
Bruttogeschossfläche: 2000 qm
Baukosten: 4 Mio Euro
2012

Preisträger

Veröffentlichung

Der Neubau für das Haus der Musik und Jugendkultur bildet an einer zentralen Stelle in Neusäß einen neuen kulturellen Treffpunkt für die Bürger der Stadt. In unmittelbarer Nähe zum Rathaus und zum neuen Einkaufszentrum an der Daimlerstraße soll hier trotz der starken Lärmimmissionen ein Ort entstehen der zur Begegnung und zum Verweilen einlädt. Gleichzeitig soll den Musikern und den Jugendlichen des Ortes die Möglichkeit gegeben werden in einer ruhigen Atmosphäre konzentriert ihrer musikalischen und sozialen Arbeit nach zu gehen. Somit musste der Entwurf sowohl einen hohen Öffentlichkeitsgrad als auch eine eher nach innen organisierte Raumstruktur aufweisen. Der von uns entwickelte Hoftypus weiterlesen …

Der Neubau für das Haus der Musik und Jugendkultur bildet an einer zentralen Stelle in Neusäß einen neuen kulturellen Treffpunkt für die Bürger der Stadt. In unmittelbarer Nähe zum Rathaus und zum neuen Einkaufszentrum an der Daimlerstraße soll hier trotz der starken Lärmimmissionen ein Ort entstehen der zur Begegnung und zum Verweilen einlädt. Gleichzeitig soll den Musikern und den Jugendlichen des Ortes die Möglichkeit gegeben werden in einer ruhigen Atmosphäre konzentriert ihrer musikalischen und sozialen Arbeit nach zu gehen. Somit musste der Entwurf sowohl einen hohen Öffentlichkeitsgrad als auch eine eher nach innen organisierte Raumstruktur aufweisen. Der von uns entwickelte Hoftypus verbindet diese Eigenschaften auf ideale Weise. Beide Häuser sind nach Ihrer Adresse und Funktion getrennt, versammeln sich aber um den gemeinsamen Hof. Das Foyer des Musikhauses wird über die Daimlerstraße und das Foyer des Jugendkulturhauses über die Hauptstraße erschlossen. Verbunden sind beide Eingänge über den gemeinsamen Hofraum, der die Mitte des Gebäudes darstellt. Der Hof erweist sich als trennendes, wie auch als verbindendes Element für beide Nutzungseinheiten. Gleichzeitig ermöglicht er die Belichtung und Belüftung des Baukörpers ohne den Lärmimmissionen der Umgebung ausgesetzt zu sein. Die Öffnungen in der Außenfassade können reduziert werden um die Lärmbelästigung möglichst gering zu halten. Mit dem Hof wird es möglich die beiden getrennt gedachten Anforderungsprofile in einem Haus zusammenzuführen. Gleichzeitig wird so für die Energiebilanz als auch für die Lärmimmissionen ein günstigeres A/V – Verhältnis geschaffen als bei zwei getrennt stehenden Baukörpern.
Der an der Hauptstraße entstandene angehobene Platz mit Gartenbereich für das Café des Jugendhauses schafft zum einen, einen Abstand zu der stark befahrenen Hauptstraße und ermöglicht zum anderen, die Anbindung an den geplanten Radweg der entlang der Bahngleise entstehen soll. Gleichzeitig wird hiermit für die Aktivitäten der Jugendgruppen ein circa 400 Quadratmeter großer Raum geschaffen, der den Jugendlichen durch die nun höhere Lage, im Verhältnis zum Straßenniveau, eine ausreichende Distanz zu den öffentlichen Orten der unmittelbaren Umgebung schafft. Die großzügige Dachterrasse ergänzt dieses Angebot und soll zusätzlich als Spielbereich der Jugendgruppen zur Verfügung stehen.
Das Foyer des Musikhauses mit dem westlich gelegenen Vorplatz der sich zur Daimlerstraße und zum Einkaufszentrum öffnet hat einen stärkeren Öffentlichkeitsbezug. Über den Platzraum betreten die Musiker und Besucher das Musikhaus und Fußgänger gelangen unmittelbar zur Hauptstraße und zum Rathaus. Sitzgelegenheiten und Bäume bieten die Möglichkeit dort zu verweilen. Die Räume des Musikhauses können zur Nordseite geöffnet werden, so dass die Proberäume damit zu Werkstätten werden, die sich zum öffentlichen Raum orientieren. Über die Aufführungen hinaus wird damit die Arbeit der Musiker und Tänzer zum lebendigen Bestandteil dieses Ortes. Die Probenden können über verschiebbare Paneele, die auch der Verdunklung dienen sollen, im inneren bestimmen, in wie weit sie die Räume optisch öffnen wollen.
Auch dieses Foyer liegt am inneren Hof, so können sich die Kinder der übenden oder wartenden Eltern sicher im Hof aufhalten. Ein kleiner Brunnen lädt zum spielen und verweilen ein. Durch die Verdunstungskälte des Brunnens wir dieser Raum und die an ihn angrenzenden Innenräume bei sommerlichen Temperaturen mit angenehm frischer Luft versorgt.
Das Untergeschoss mit 22 Autostellplätzen ist über die Hauptstraße erreichbar. Die Spuraufweitung im Bereich der Busspur soll in südlicher Richtung erweitert werden um das gefahrlose Abfahren von der Hauptstraße zu ermöglichen. Somit ist es möglich beim Einfahren in die Tiefgarage die Passanten auf dem Gehweg passieren zu lassen ohne den Verkehrsfluss zu beeinträchtigen. Das Untergeschoss ist über einen Materialaufzug mit allen Nutzungsbereichen verknüpft und kann so auch der Anlieferung und als erweitertes Lager dienen. Der Bandübungsräume des Jugendbereichs sollen ebenfalls im Untergeschoss seinen Platz finden. Die Jugendgruppen sind hier völlig ungestört und können ihren musikalischen Vorstellungen nachgehen, ohne andere Übende oder Arbeitende zu stören. Der Übungsraum ist über die Schleuse und das Treppenhaus mit dem Jugendhaus verbunden.
Bei dem ganzen Bauvorhaben kommen einfache und robuste Materialien zur Anwendung, die dem gewerblich wirkenden Umfeld und dem Proberaumcharakter des Hauses entsprechen. Die tragende Konstruktion ist aus Beton, so dass ein größtmöglicher Lärmschutz möglich wird. Die Vorhangfassade besteht, zum Teil aus, mit warmen erdigen ockertönen eingefärbten, seriell hergestellten, Betonfertigteilen und aus farbigen Profilgläsern. Die Profilgläser können auch als transluzente Wärmedämmung eingesetzt werden, so dass die Gebäudemasse im Winter aufgeheizt wird und damit zusätzliche Wärmegewinne erzeugt. Die Fenster sind als Holz-Alu-Rahmen in Kastenfensterbauweise gedacht. Damit ist es möglich sowohl einen ausreichenden Schallschutz als auch Sonnenschutz zu erreichen. Die Blend-, Sichtschutz- und Verdunklungseinrichtungen sind hier ebenfalls günstig zu integrieren.

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